Direktor oder Berater: Typologien im Spiegel der Wissenschaft

Es ist noch gar nicht so lange her, dass ein Teilnehmer eines Workshops vollkommen verblüfft war über das Einfühlungsvermögen eines auf dem Binärcode basierenden Softwaresystems: „Wie kann der Rechner wissen, dass ich gerne in die Berge gehe?“ Hinter der erheiternden Anekdote steckt ein ausgefeiltes System: das Diagnoseinstrument Insights MDI®, das auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse zu Typologien arbeitet, in Anlehnung an den Psychoanalytiker Carl Gustav Jung. Und speziell in schwierigen personellen Konstellationen eine unabhängige, wertfreie Analyse bietet. Ist dieser introvertierte Mitarbeiter wirklich der richtige für die Vertriebsposition?

Entscheidend für die optimale Stellenbesetzung ist hier nicht der Blickwinkel der jeweiligen Sozialpartner – Arbeitgeber und Gewerkschaft – sondern ein auf profunder Wissenschaft beruhendes Diagnose- resp. Analyseverfahren. Die Diagnose-Software Insights-MDI®, die wir in unserer Arbeit nutzen, durchleuchtet Verhaltensweisen und Handlungsmotive und das völlig wertfrei.

Auf den Psychoanalytiker Carl Gustav Jung geht die Erforschung spezifischer Typologie wie Introversion und Extraversion zurück. Aus diesen Erkenntnissen ist das softwarebasierte Diagnosetool Insights MDI entstanden. Hier werden acht Typen in ihrem Funktionieren im Arbeitsalltag beschrieben. Etwa der zielorientierte Direktor, der teamorientierte Berater oder der qualitätsorientierte Beobachter.

Acht Persönlichkeits- (Funktions-)typen in Anlehnung an den Psychoanalytiker Carl Gustav Jung sind im Diagnoseverfahren Insights MDI enthalten.

 

Zielsetzung ist dabei keine Einstufung in gut und schlecht, sondern das Herausarbeiten individueller Handlungspräferenzen (Typologien) zur Förderung des gegenseitigen Verständnisses. Es ist eben einfach leichter, Verhaltensweisen zu akzeptieren, die einem selbst fremd sind, wenn man die Hintergründe des Handelns besser versteht. Kommt hinzu, dass die Akzeptanz dieser ‚neutralen Instanz‘ doch höher ist, als bei einer ‚subjektiven Baucheinschätzung‘.

Was macht ein Individuum aus? Talente bilden ein wichtiges Persönlichkeitsmerkmal, hat jemand eher eine künstlerische Ader, ist er begnadeter Kommunikator oder kann er sich besonders gut in andere hinein versetzen? In untrennbarer Wechselbeziehung stehen die Eigenschaften eines Menschen:

 

  • Ist er ein eher zurückhaltender, das alleine arbeiten favorisierender (Introversion) oder ein eher geselliger Charakter, der auf jeder Firmenfeier im Mittelpunkt steht (Extraversion)?
  • Wie nimmt er die Welt um sich herum wahr? Sehr konkret und auf seine fünf Sinne des Hörens, Riechens, Sehens, Schmeckens und Fühlens bezogen? Oder verlässt er sich stärker auf seine Intuition? Bezieht auch seinen sechsten Sinn mit ein, in Gestalt von Zukunftsbildern und Metaphysik?
  • Verlässt er sich in seinem Urteil eher auf die Ratio: ‚So muss das logischerweise sein‘? Oder misst er dem Bauchgefühl eine größere Bedeutung zu?

acht_grundtypen

Aus den Erkenntnissen des analytischen Psychologen Jung sind in langjähriger wissenschaftlicher Arbeit acht Persönlichkeitstypen (Typologien) evaluiert und validiert worden. In Kombination mit dem Persönlichkeitsmodell des amerikanischen Psychologen William M. Marston (begünstigt das Umfeld diese Eigenschaften oder steht es ihnen eher entgegen?) hat Insights MDI® zwei Verhaltensstile identifiziert:

  • Den Basis-Stil, also unser „natürliches“ Verhalten, das wir unabhängig von Rollen- und Positionserwartungen an den Tag legen.
  • Den adaptierten Stil, also unser berufliches Rollenverhalten.

Wer kennt sie nicht, die Beispiele, in denen man denkt: ist das wirklich derselbe Mensch, den ich gestern bei der Bilanzpressekonferenz als ergebnisorientierten „Direktor“ erlebt habe. Und den ich heute beim privaten Gartenfest als diskussionsfreudigen, phantasievollen „Inspirator“ erlebe? Oder als geselligen „Berater“?

Je widersprüchlicher diese beiden Verhaltensstile – privat und Job – sich bei einem Testprobanden darstellen, desto stärker sollte hier der Fokus darauf liegen, ob dieser Mensch wirklich die für ihn idealtypische Position innehat. Auch für den Probanden selbst sind die Ergebnisse der Auswertung eine Einladung zur Selbstreflexion. Den nächsten Schritt, um die für Position und individuelle Eigenschaften optimale Deckungsgleichheit zu erzielen, gehen wir dann mit dem Diagnosetool ASSESS.

Insights MDI® erfasst vor allem, wie sich eine Person verhält, die Analyse von Werten gibt Auskunft, warum eine Person etwas macht. Ein einzigartiges und umfassendes Instrumentarium für die Analyse von Kompetenzen und Persönlichkeitseigenschaften bietet das Diagnostiktool ASSESS

Unser Fazit: Auch nach manchmal anfänglicher Zurückhaltung, gar Skepsis, erkennen die Teilnehmer an dem Diagnoseverfahren im Regelfall schnell die Vorteile für die zukünftige gemeinsame Arbeit. Zumal nur bestimmte Analyseergebnisse im Rahmen eines Workshops transparent gemacht werden, und auch das mit größter Behutsamkeit. Was die Teilnehmer darüber hinaus einander anvertrauen möchten, bleibt den handelnden Personen überlassen.

 

Weitere Beiträge zu den Tools INSIGHTS MDI® und ASSESS:

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Ich & Ich: Wenn die Schere auseinanderklappt

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Jörg Wacha

Über den Autor

Joerg Wacha, Partner der DETEGO GmbH & Co. KG, hat einen Arbeitsschwerpunkt in der Beratung von Vertriebsorganisationen mit der Zielsetzung einer kundenorientierten Kultur sowie der Gestaltung komplexer und anspruchsvoller Veränderungsprozesse. Beim Führungskräfte-Coaching arbeitet er mit Potenzialanalysen.

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