Ein deutscher Unternehmensberater im London-Sabbatical: Leben und Englisch pauken mit Generation Y

1. April 2013; das Abenteuer beginnt: Sechs Monate, bis Ende September 2013, bin ich in London, um in einem Intensiv-Sprachkurs Englisch meine Sprachkenntnisse aufzupeppen. Für mich und für meinen Job. In diesen sechs  Monaten aber geht es mir um noch mehr. Ich will noch einmal vollkommen raus aus der Unternehmensberater-Blickweise  – und noch einmal rein in das Leben und Erleben eines Studenten, der gerade dabei ist, seine – berufliche – Zukunft zu planen. Um dann, zurück in Hamburg mit frischem Kopf, vielleicht manches nochmal ganz neu zu betrachten.

Meine Studentenbude in London war so ein Sprung in eine andere Lebensphase. Ich zog in eine Londoner WG, mein Zimmer war übersichtlich. Konservative (und gutmütige) Schätzung: Sieben Quadratmeter. Es zog durch das Fenster, der Boden war schief, die Zimmerdecke hatte Wasserflecken. Sprich: es war perfekt! Ich fühlte mich hier sehr wohl! Und ich setzte alles daran, dieses Londoner Lebensgefühl noch zu vertiefen, ich las ausschließlich englische Zeitungen, arbeitete ehrenamtlich in einem Projekt mit und knüpfte viele gute Kontakte zu Native-Speakern.

 

Ein fröhliches „Bloody Bastard“ muntert auf

Das britische Lebensgefühl „erwischt“ mich schon auf der Anreise: Beim Einsteigen in den Eurostar Richtung London begehe ich gleich meinen ersten kulturellen Fauxpas: ich stelle mich nicht artig in die Schlange und werde sofort mit „Sir! Please! Here is the queue“ zur Ordnung gerufen. In London selbst kaufe ich mir ein Fahrrad, um die Stadt so hautnah wie möglich zu erleben. Für den Londoner eine Fortbewegungsart, die ihm sehr fremd ist. Prompt rempelt mich auf der 6- bis 8-spurigen Straße ein Doppelstockbus an. Eine Entschuldigung des Busfahrers? Ein herzliches „Fuck you“, gepaart mit einem fröhlichen „Bloody Bastard“ macht die Londoner doch liebenswert. Ich möchte eigentlich nicht mehr weg aus dieser Stadt.

Rund um den Globus: Die Generation Y sucht nach Sinn im Beruf - und nach Wertschätzung

Rund um den Globus: Die Generation Y sucht nach Sinn im Beruf – und nach Wertschätzung

 

Meine Sprachschule war mitten im Herzen Londons. Und meine Mitstudierenden aus Südkorea, Taiwan, Japan, Brasilien, Russland, Spanien, Italien, … eigentlich aus der ganzen Welt. Der tägliche Kontakt mit all diesen Nationen war bis zum Schluss ein Genuss! Ich war mit Abstand der Älteste. Mit meinen 45 Jahren lag ich weit über dem Altersdurchschnitt, mit geschätzt 23 Jahren. Im Unterricht spielte das überhaupt keine Rolle. Hier waren wir einfach alle in einer Peergroup, die das Ziel hatte, so gut wie möglich Englisch zu lernen. Hin und wieder gab es höchst vergnügliche Szenen, wenn ich gelobt wurde, dass ich als Älterer noch so offen sei oder dass man nichts gegen Ältere habe. Nebenbei: Ein interessanter Hinweis für den Unternehmensberater in mir.

 

Generation Y Global: Auf der Suche nach Sinn

Thematisch streiften wir einmal durchs Weltgeschehen: Besonders interessant wurde es für mich als Unternehmensberater, wenn es um die beruflichen Vorstellungen der Generation Y weltweit ging. Von Südkorea bis Spanien, von Russland bis Brasilien – eine wirklich sinnvolle Tätigkeit auszuüben, die Nutzen stiftet, übers bloße Geldverdienen hinaus, gehörte zu den wichtigsten Zielen meiner Mitstudierenden, sowie ein gutes Arbeitsklima – und an ganz hoher Stelle der Wunsch, Wertschätzung zu erfahren.

Weitere Beiträge zur Generation Y:

Die anspruchsvolle Generation

Zwischen den Generationen, X, Y, Z?

Zwei Detego-Generationen im Dialog

 

Oliver Rothfuß

Über den Autor

Oliver Rothfuß, Management Consultant bei der DETEGO GmbH & Co. KG hat seinen Arbeitsschwerpunkt in der Personal- und Organisationsentwicklung, hier spezifisch die Begleitung in Veränderungsprozessen und das Coaching von Führungskräften. Sein besonderes Augenmerk gilt dem Skill-Management und der Relevanz richtig eingesetzter Talente im Team.

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