Empowerment für Top Managerinnen – Global Summit of Women 2015 in Sao Paulo

Sao Paulo ist leider zu weit weg, aber trotzdem verfolge ich die 25. Global Summit of Women auch dieses Jahr mit großem Interesse. Natürlich geht es auch dieses Mal darum, Strategien und Best practice auszutauschen, wie Frauen noch mehr empowered werden können. Das heißt wie sie es trotz gläserner Decke, kultureller und struktureller Benachteiligung an die Spitze in Unternehmen schaffen können – und Impulse für ihren weiteren Weg bekommen.

 

 

„Creative Women – creative economics“

Insbesondere die Beispiele aus der ganzen Welt verdeutlichen wie unvergleichbar und prädestiniert die Situation von Frauen in Deutschland ist. Um Missverständnisse vorzubeugen: Mir, als Coach vor allem für weibliche Führungskräfte und working mom ist klar, dass in unserem Lande noch sehr viel zu tun ist. Ich bin – weil die Versprechen von Unternehmen wenig gebracht haben – für die Quote in Unternehmen. Meiner Ansicht nach würde die Debatte um Benachteiligung der Männer wiederum, die ja gerade aufflammt, auch nach etwas Gewöhnungszeit verfliegen. Klar gibt es erste Anlaufschwierigkeiten und das Tal der Tränen. Aber ich glaube nicht an eine Welt, in der der Anteil an Führungskräften zu gleichen Teilen aus Frauen und Männern besteht und wo dann über die weiblichen 50% und deren Daseinsberechtigung gesprochen wird. Ob Frauen dieser Verantwortung gewachsen sind und das „können“, dieser Debatte werde ich mich nicht anschließen. Nur soweit: Frauen und Männer sind gleichermaßen qualifiziert bzw. nicht qualifiziert; jeder trägt seinen persönlichen Entwicklungsbedarf in sich und ist dazu – geschlechtsunabhängig – in der Lage oder eben nicht, diesen zu erkennen und zu bearbeiten.

 

Internationale best practice zu Empowerment

Was auf der Summit eben deutlich wird, ist wie unterschiedlich „best practice“ international aussehen kann. Ohne die Errungenschaften der westlichen Zivilisation zu be- oder zu entwerten, bleiben mir einfach Unternehmerinnen in Erinnerung, die aufgrund ganz profaner Ideen einen wahnsinns Beitrag zur Verbesserung der Situation von arbeitenden Frauen. Zum Beispiel eine Topmanagerin aus Kenia, die ein Unternehmen gegründet hat, das Binden produziert, die sich auch sehr arme Frauen leisten können. Denn in vielen Ländern dieser Welt gelten Frauen in dieser Zeit als unrein oder sind einfach ans Haus gebunden. Völlig raus aus unserem Horizont, aber als Businessidee sooo wichtig und unterstützungswürdig. Ich war aber auch fasziniert von zwei Frauen aus Kuala Lumpur, die ein Café betreiben, in dem sie nur Bio- und Fair trade-Produkte verwenden. Oder die Frau aus Sidney, die mittlerweile mit der Herstellung von individuellen Torten ein mittelständiges Unternehmen leitet und mal ganz klein in ihrer Küche gestartet hat.

 

Empowerment, für das Business die eigene Kreativität mehr zu nutzen

Ok, soweit ein kleiner Exkurs, es ließen sich auch zahlreiche andere Beispiele anführen. Das Schöne an der Summit ist, dass dort nicht 1.000 Top Managerinnen sitzen, die sich über ihre Situation beklagen. Nein, vielmehr tauschen sie sich über Businessideen aus – dieses Jahr in Sao Paulo eben zu innovativen Businessideen. Insofern unterscheidet sich die Summit inhaltlich nicht von anderen Businesskonferenzen – aber die Atmosphäre und die Energie ist unvergleichlich. Man stelle sich vor, 1.000 extrem erfolgreiche Frauen, die auch gerne davon berichten und glücklich über den Austausch sind. Und natürlich wird dort Business gemacht und Kooperationen abgestimmt. Und auch wenn die internationalen Kontakte berauschen, bin ich davon begeistert, dass ich viele deutsche Unternehmerinnen und Führungskräfte kennengelernt habe, mit denen ich auch nach der Summit noch Kontakt habe.

Gerne hätte ich wieder wie in den letzten Jahren drei Tage lang einen tollen Austausch mit Top Managerinnen gehabt. Für mich in Sao Paulo besonders interessant: Denise Evans (IBM, USA), Ursula Schwarzenbart und Katrin Adt (Daimler) oder auch Sung Joo Kim (Süd-Korea), die in Südkorea ein Star ist und unglaublich viel für benachteiligte Frauen nicht nur in Südkorea macht. Ich würde mir sehr wünschen, wenn die Diskussion vor Ort in die Richtung geht, dass die Frauen noch mutiger die eigene Kreativität umsetzen können und sich mehr vertrauen.

Nun gut – vielleicht bin ich ja das nächste Mal wieder dabei. Bis dahin sammle ich Projekte oder Ideen, wie ich Frauen international oder auch national unterstützen kann. Wenn jemand Anregungen hat, kontaktiere er oder sie mich gerne! Ich freue mich über Kommentare hier unter meinem Post.

 

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Charlotte Heidsiek

Über den Autor

Dr. Charlotte Heidsiek, Management Consultant bei Detego GmbH & Co. KG, ist auf das Thema Führung spezialisiert. Von der strategischen Neuausrichtung von Führungskultur über Leadership-Programme bis hin zum individuellen Coaching berät sie Unternehmen auf nationaler und internationaler Ebene. Besonders schlägt ihr Herz beim Thema „Frauen in Führung“!

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