Leadership Agility: Die evolutionäre Entwicklung der Topmanager im Denken und Fühlen

Beschleunigung und Komplexität: zwei Entwicklungen, die sich nicht nur im Wirtschaftsgeschehen generell, sondern auch in den Reihen der Topmanager selbst abbilden. „Manager unter Druck“ titelte erst jüngst die ZEIT. Lenkten die Führungsspitzen lange abgeschirmt von der öffentlichen Aufmerksamkeit die Geschicke der Unternehmen, so sehen sie sich heute zunehmend im Scheinwerferlicht der öffentlichen Aufmerksamkeit: Was bewirken sie, sind die Spitzeneinkommen gerechtfertigt? Für die Topmanager tut sich „eine wachsende Kluft zwischen Fremd- und Eigenwahrnehmung auf“, so die ZEIT. Höchste Zeit also, als Topmanager das eigene Führungsverständnis zu identifizieren.

 

„Wir leben in einer turbulenten globalen Wirtschaft“ sagte Bill Joiner, US-amerikanischer Berater, Harvard-Absolvent und Buchautor, 2007, als das von ihm und einem Forscherstab entwickelte Denkmodell Leadership Agility als Buch erschien. Mit diesem Modell verschiedener Reifegrade von Führung arbeiten wir bei Detego nun seit 2014 auch im deutschsprachigen Raum. Es ermöglicht dem Topmanager – und natürlich auch der Führungskraft im mittleren Management – eine Verortung der eigenen Position.

 

Entwicklungspsychologie: Verfeinertes Fähigkeitsset

Nur etwa zehn Prozent der Manager beherrschen das Agilitätslevel (Catalyst), das sie für die fortwährend effektive Führung in der turbulenten Weltwirtschaft benötigen

Nur etwa zehn Prozent der Manager beherrschen das Agilitätslevel (Catalyst), das sie für die fortwährend effektive Führung in der turbulenten Weltwirtschaft benötigen

In einem Umfeld, das sich immer rascher verändert, mit immer stärkeren Verflechtungen, ist eine Anpassung des Individuums unabdingbar. Wie aber geschieht diese Anpassung? Entwicklungspsychologen entdeckten, dass, unabhängig von der Lebensphase, Menschen ihr rationales und emotionales Fähigkeitsset jeweils verfeinern und erweitern, um den wachsenden Anforderungen ihres Umfeldes gerecht zu werden.

Joiner und sein Co-Autor Stephen Josephs beobachteten analoge Geschehnisse bei Führungskräften. Sie identifizierten drei Levels des jeweiligen Fähigkeitssets von Führungskräften in Wechselbeziehung zu drei großen Handlungsfeldern in Organisationen. Sie nannten es Leadership Agility.

Die Agilitätslevels des „Expert“, des „Achiever“ und des „Catalyst“ spiegeln sich in den organisationalen Handlungsfeldern:

  • Veränderungen in Organisationen durchführen
  • Teamleistung verbessern
  • Bedeutsame Gespräche führen.

Jeder Reifegrad im Denken und Fühlen integriert die Fähigkeiten des vorhergehenden und verbindet diese mit tiefergehenden Erkenntnissen. Wie sich die jeweiligen Reifegrade des Führens im Selbstverständnis der Führungskraft und in den drei großen Handlungsfeldern darstellen, zeigt die Tabelle.

Lesen Sie hier den Originalbeitrag von Bill Joiner

Three Levels of Leadership Agility.

Leadership Agility 360

Die Reihe zu Leadership Agility

Experte auf dem Chefsessel?

Umgang mit Vertrauen

Reifegrade und Feedbackverfahren

Denkstile als Workshop-Set

 

 

Jörg Wacha

Über den Autor

Joerg Wacha, Partner der DETEGO GmbH & Co. KG, hat einen Arbeitsschwerpunkt in der Beratung von Vertriebsorganisationen mit der Zielsetzung einer kundenorientierten Kultur sowie der Gestaltung komplexer und anspruchsvoller Veränderungsprozesse. Beim Führungskräfte-Coaching arbeitet er mit Potenzialanalysen.

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