Slow Motion im Management: Erst denken, dann handeln

Vor kurzem lernte ich einen interessanten jungen Mann kennen. Johannes Wadle bringt Studenten die Problematik der „Psychopathie in Unternehmen“ näher. Nichts für nüchterne Analytiker? Dann wartet auf die Skeptiker jetzt eine handfeste Überraschung. Der Diplom-Psychologe (der in Kürze in die Beratungsbranche wechseln wird) gehört derzeit zum Lehrstuhl für Unternehmensrechnung und Controlling an der TU Kaiserslautern. Sein zukünftiger Schwerpunkt wird derselbe wie zu seinen Studienzeiten sein: Der Einfluss psychologischer Faktoren im Risiko- und Krisen-Management. Auf seine Empfehlung hin habe ich mir das Blog  „Chirontraining“ angeschaut. Herausgeber ist ein Rory Miller, Sergeant im Nordwesten der USA.

Die  Astrologie ordnet Himmelskörpern Wesensmerkmale zu. Der  Planet “Chiron” gilt als Symbol für seelische Arbeit, für das Reflektieren ums Selbst. Chiron ist ein relativ kleiner Himmelskörper, der zum ersten Mal am 1. November 1977 gesichtet wurde. Seine Umlaufbahn verläuft zwischen Saturn und Uranus, und um einmal die Sonne zu umkreisen, benötigt Chiron zwischen 50 und 51 Jahre.

Fragen Sie sich in diesem Moment, ob ich schlecht geschlafen habe? Was bitte haben ein Sergeant aus den Vereinigten Staaten und ein Himmelskörper mit Management und „leadership“ zu tun? Sehr viel! Wenn man den zweiten Blick riskiert. Miller schreibt über Aspekte im Miteinander von Menschen und über psychomentale Abläufe im Kampfsport. Und was passiert im Unternehmen? Dort treffen Menschen aufeinander, müssen sich auseinandersetzen.

 

Drei Stile des Führens

Unter dem Posttitel „Intel, Influence, Control,“  schreibt Miller: „You can look at almost any human interaction as one of these three things. I am either trying to learn about you, influence you, or control you.” Und wie würden Sie Ihren Führungsstil beschreiben?

 

Wer muss wen verstehen?

In „teaching“ heißt es: „It is not the student’s responsibility to understand you.  It is your responsibility to make yourself understood.” Denken Sie jetzt dasselbe wie ich? Wie oft im Management von Change-Prozessen  das Motto gefahren wird: „Entweder Du machst mit oder Du machst mit“ Und dann herrscht das große Erstaunen, dass sich Mitarbeiter verweigern und das ganze Vorhaben scheitert?

 

Weniger Hektik, mehr Effizienz

Und ein drittes Beispiel: „The best fighters move less“ beschreibt Miller die Kunst der sparsamen Bewegung im Post “Minimal”. Wer hat im Konkurrenzkampf – ob zwischen Unternehmen oder Anwärtern auf eine interessante Management-Position – die Nase vorn? Derjenige, der den Ereignissen hinterherjagt oder derjenige, der seine Aktivitäten klug dosiert und der dann den Zeitpunkt des Ereignisses mitbestimmt?

Jörg Wacha

Über den Autor 

Joerg Wacha, Partner der DETEGO GmbH & Co. KG, hat einen Arbeitsschwerpunkt in der Beratung von Vertriebsorganisationen mit der Zielsetzung einer kundenorientierten Kultur sowie der Gestaltung komplexer und anspruchsvoller Veränderungsprozesse. Beim Führungskräfte-Coaching arbeitet er mit Potenzialanalysen.

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