Weltweit mehr Frauen im Top Management: Weltfrauengipfel spiegelt Selbstbewusstsein

“Leute, es ist Eure Verantwortung, etwas zu ändern” rief Irene Natividad, die Begründerin des Global Summit of Women den Teilnehmerinnen im Jahr 2007 in Berlin zu. Bei diesem 17. Weltfrauengipfel hatten vor allem deutsche Frauen geklagt, über die Regierung, die Firmen, die Chefs. Und heute? Im internationalen Top Management-Vergleich ist Deutschland im Anteil weiblicher Präsenz noch zurückgefallen, im Gegensatz zu Frankreich, das deutlich mehr weibliche Spitzenmanagerinnen aufzuweisen hat als noch im vergangenen Jahr. Was ziehe ich daraus? Wir sollten (und werden) mehr von dem generellen Selbstbewusstsein aufbauen, das beim 24. Weltfrauengipfel vor gerade mal drei Wochen in Paris so positiv rüberkam!

 

Bei diesem Gipfel war ich zum zweiten Mail dabei. Und ich war genauso begeistert, wenn nicht noch mehr als bei meiner ersten Summit in Kuala Lumpur. Besonders das Selbstbewusstsein der Frauen in den Sessions hat mir sehr gefallen. Dort war wenig die Sprache davon, wie es ist, sich in einer männerdominierten Welt durchzusetzen.

Vielmehr habe ich Diskussionen mit klaren Standpunkten und mehr Gelassenheit wahrgenommen nach dem Motto: Die Quote muss sein – sonst klappt es nicht mit der Präsenz im Top Management. “Quotas are working. Thinking that women will move up by osmosis is a mistake” (Quoten bewirken etwas, es ist ein Irrtum, anzunehmen, dass Frauen durch natürliche Entwicklungen an die Spitze kommen”) wird Irene Natividad in “Forbes” zitiert.

 

In vielen Ländern ist die „Quote“ selbstverständlich

In vielen westlichen und auch ostasiatischen Ländern ist die Quote überhaupt kein Thema mehr, dort ist sie selbstverständlich. Diese Selbstverständlichkeit und dieses Selbstbewusstsein übertrugen sich auf alle Teilnehmerinnen an den Sessions. Es herrschte in meinem Empfinden eine Gelassenheit und Gewissheit, dass die Entwicklungen für weibliche Führungskräfte in eine gute Richtung gehen. In etlichen bilateralen Gesprächen konnten Frauen gute Beispiele bestätigen und damit auch die anderen ermutigen.

 

Referentenliste mit Hochkarätern besetzt

Und auch bei diesem Weltfrauengipfel, bei dem interessierte und aufgeschlossene Männer natürlich willkommen sind (und auch dabei waren), war die Referenten-Liste wieder top besetzt. Aus Frankreich sprachen der Umweltminister Jean Louis Borloo und die Frauenministerin Najat Vallaud-Belkacem. Unter den rund 1241 Teilnehmern aus 81 Ländern (so viel wie noch nie) befanden sich international hochrangige Politiker, CEOs und Vorstände von Unternehmen weltweit. Die Atmosphäre war wirklich wie elektrisiert.

 

Neue Businessideen werden in Kürze in Singapur vertieft

Direkt vor den Podiumsdiskussionen wurden diesmal moderierte Frühstücke angeboten, so kamen wir noch intensiver ins Gespräch miteinander. Das war klasse – mehr davon. Der Spirit, der hier durch diese Treffen entsteht, die Lust, etwas anzupacken, Dinge voranzubringen, beeindrucken mich besonders: So entwickeln sich aus dem Weltfrauengipfel heraus viele kleinere Vorhaben, wie die Umsetzung neuer Businessideen, die in Kürze in Singapur vertieft werden. Alle Teilnehmerinnen (und Teilnehmer), egal aus welcher Nation, waren extrem offen und interessiert an nachhaltiger Vernetzung.

Ich kann für mich nur sagen: Der nächste Global Summit of Women 2015 in Sao Paulo hat auf jeden Fall eine hohe Priorität: Für ein nächstes Treffen voller Inspirationen, Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen, was wir schaffen können, wenn wir es anpacken.

Charlotte Heidsiek

Über den Autor

Dr. Charlotte Heidsiek, Management Consultant bei Detego GmbH & Co. KG, ist auf das Thema Führung spezialisiert. Von der strategischen Neuausrichtung von Führungskultur über Leadership-Programme bis hin zum individuellen Coaching berät sie Unternehmen auf nationaler und internationaler Ebene. Besonders schlägt ihr Herz beim Thema „Frauen in Führung“!

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